Die Welt verändert sich rasant, und mit ihr auch die Anforderungen an Führungskräfte. Starre Hierarchien und Top-Down-Ansätze weichen zunehmend flexibleren, menschlicheren und kollaborativeren Modellen. In diesem Blogartikel beleuchten wir verschiedene neue Perspektiven in der Führung und zeigen auf, wie sie sich mit den verschiedenen Persönlichkeitstypen des DISG-Modells ergänzen, um Teams zu Höchstleistungen zu inspirieren und eine Kultur des Vertrauens und der Innovation zu schaffen.
Emotionale kompetente Führung – Ein Herzstück der modernen Führung
Emotionale Kompetenz ist heute mehr denn je eine Schlüsselqualifikation für Führungskräfte. Es geht darum, eigene Emotionen zu verstehen und zu regulieren, aber auch die Gefühle der Mitarbeitenden wahrzunehmen und darauf einzugehen. Denken wir an Jesper Juul und seine Betonung der Gleichwürdigkeit in Beziehungen – ein Prinzip, das sich nahtlos auf die Führung übertragen lässt. Oder Vivien Dittmar, die in ihren Arbeiten die Bedeutung der emotionalen Intelligenz für ein erfülltes Leben und Arbeiten hervorhebt.
Das EQ – Assessment von thomas ermöglicht es Führungskräften, sich anhand der Kompetenz-Faktoren von Goleman einzuschätzen und wirksame Schritte der persönlichen Entwicklung zu wählen.
Partizipative Führung – Die Intelligenz des Kollektivs nutzen
Partizipative Führung bedeutet, Mitarbeitende aktiv in Entscheidungs- und Gestaltungsprozesse einzubeziehen. Konzepte wie Soziokratie oder Agile Methoden sind hier beispielhaft: Sie setzen auf Selbstorganisation, Transparenz und iterative Prozesse. Das Ergebnis sind nicht nur bessere Entscheidungen, sondern auch eine höhere Motivation und Eigenverantwortung der Mitarbeitenden.
Wie reagieren die verschiedenen VPA-Typen auf partizipative Führung?
- „Initiative“ und „Stetige“ Typen blühen in partizipativen Umfeldern auf. Gelbe lieben es, ihre Ideen einzubringen und gehört zu werden, Grüne schätzen den Konsens und die Zusammenarbeit.
- Auch „Gewissenhafte“ Typen können sich hier gut entfalten, da sie die Möglichkeit haben, ihre analytischen Fähigkeiten einzubringen und zu präzisen Lösungen beizutragen.
- Für „Dominante“ Typen kann partizipative Führung eine Herausforderung sein, da sie dazu neigt, die Kontrolle abzugeben. Eine gute partizipative Führungskraft kann jedoch auch den Roten Typen die Vorteile der kollektiven Intelligenz aufzeigen und ihnen Wege bieten, ihre Führungsstärke im Rahmen der Partizipation einzusetzen.
Fehlertoleranz – Eine Kultur des Lernens etablieren (Amy Edmondson)
Fehler sind unvermeidlich, aber wie wir mit ihnen umgehen, entscheidet über unseren Erfolg. Amy Edmondson prägte den Begriff der „psychologischen Sicherheit“, einem Klima, in dem Mitarbeitende keine Angst haben, Fehler zuzugeben oder neue Ideen vorzuschlagen, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Eine solche Kultur der Fehlertoleranz fördert Experimentierfreude, Innovation und kontinuierliches Lernen.
Wie reagieren die VPA-Typen auf eine offene Fehlerkultur?
- „Gewissenhafte“ Typen können anfangs Schwierigkeiten mit Fehlern haben, da sie nach Perfektion streben. Eine Kultur der Fehlertoleranz hilft ihnen jedoch, ihre Ängste zu überwinden und aus Fehlern zu lernen, ohne sich minderwertig zu fühlen.
- „Initiative“ Typen profitieren von Fehlertoleranz, da sie experimentierfreudig sind und neue Dinge ausprobieren möchten. Die Gewissheit, dass Fehler als Lernchance gesehen werden, bestärkt sie in ihrer Kreativität.
- „Stetige“ Typen schätzen die sichere Umgebung, die Fehlertoleranz schafft. Sie fühlen sich wohler, wenn sie wissen, dass sie unterstützt werden, auch wenn etwas nicht perfekt läuft.
- „Dominante“ Typen können lernen, dass Fehler nicht gleich Scheitern bedeuten, sondern wichtige Informationen für zukünftige Erfolge liefern können.
Verletzlichkeit in der Führung – Stärke zeigen durch Echtheit (Brené Brown)
Brené Brown hat eindrucksvoll gezeigt, dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist, sondern eine immense Stärke. Eine Führungskraft, die sich traut, menschliche Schwächen zu zeigen, Unsicherheiten zuzugeben und auch mal um Hilfe zu bitten, schafft Authentizität und Vertrauen. Dies fördert eine offene Kommunikation und stärkt die Bindung im Team.
Können alle VPA-Typen mit Schwächen gut umgehen?
- Für „Stetige“ und „Initiative“ Typen ist die Verletzlichkeit der Führungskraft ein Zeichen von Menschlichkeit und schafft eine tiefere Verbindung. Grüne fühlen sich sicherer, wenn sie wissen, dass auch die Führungskraft nicht perfekt ist, und Gelbe schätzen die Authentizität.
- „Dominante“ Typen könnten anfangs Schwierigkeiten haben, Verletzlichkeit als Stärke zu sehen. Eine Führungskraft, die ihre Verletzlichkeit auf authentische Weise zeigt, kann ihnen jedoch vorleben, dass dies nicht im Widerspruch zu Führungsstärke steht.
- Auch „Gewissenhafte“ Typen können durch die Verletzlichkeit der Führungskraft dazu ermutigt werden, ihre eigenen Unsicherheiten zu teilen und sich dadurch im Team wohler zu fühlen.
Sinnorientierte Führung – Mehr als nur Profit
In einer zunehmend Sinn-suchenden Gesellschaft ist es für Unternehmen und Führungskräfte unerlässlich, über reine Profitmaximierung hinauszugehen. Sinnorientierte Führung bedeutet, dem Team einen höheren Zweck zu vermitteln, der über die täglichen Aufgaben hinausgeht. Es geht darum, eine Vision zu schaffen, die inspiriert und motiviert, und den Mitarbeitenden das Gefühl zu geben, Teil von etwas Größerem zu sein. Dies kann durch die Betonung von Nachhaltigkeit, sozialer Verantwortung oder der positiven Auswirkungen der Arbeit auf die Gesellschaft geschehen.
Der Sinn ist für alle wichtig – aber nicht alle arbeiten gleich damit:
- „Stetige“ Typen werden stark von einer sinnorientierten Führung angesprochen, da sie Wert auf Gemeinschaft, soziale Verantwortung und einen positiven Beitrag legen.
- „Initiative“ Typen lassen sich von einer inspirierenden Vision und einem höheren Sinn begeistern, da dies ihre Kreativität und ihr Engagement fördert.
- „Gewissenhafte“ Typen können den Sinn in der Arbeit finden, wenn die Ziele klar definiert sind und einen messbaren positiven Einfluss haben.
- Für „Dominante“ Typen kann Sinnorientierung eine zusätzliche Motivation sein, wenn der höhere Zweck mit ihren eigenen Zielen und Ambitionen in Einklang gebracht werden kann.
Fazit:
Die Führung von morgen ist menschlich, partizipativ und sinnstiftend. Sie erfordert Mut zur Verletzlichkeit, die Bereitschaft, Fehler als Lernchancen zu begreifen, und vor allem eine hohe emotionale Intelligenz. Indem Führungskräfte diese neuen Perspektiven integrieren und sich bewusst sind, wie sie die verschiedenen Persönlichkeitstypen nach dem DISG-Modell ansprechen, können sie Teams zu außergewöhnlichen Leistungen befähigen und eine Unternehmenskultur schaffen, in der sich jeder Einzelne wertgeschätzt und inspiriert fühlt.
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